Illustration mit Kleinstwagen bezieht sich nicht auf das Jahr 2022

17/08/2020, 03:03 PM (CEST)

Eine Illustration von Walter Molino zeigt Menschen, die einzeln in kleinen Glaskuppelfahrzeugen durch die Straßen fahren. In sozialen Netzwerken wird behauptet, dass das Bild 1962 entstand und den Titel «Leben im Jahr 2022» trägt.

BEWERTUNG: Weder das Bild noch der Artikel, der 1962 damit illustriert wurde, beziehen sich auf das Jahr 2022. In der Zeitungsbeilage «Domenica de Corriere» ging es damals um die Zukunft der Mobilität.

FAKTEN: Der Bildausschnitt des Illustrators Walter Molino stammt aus der Beilage der italienischen Zeitung «Corriere della Sera» vom 16. Dezember 1962. Das berichtete die Zeitung am 18. Mai 2020.

Die Bildunterschrift beginnt mit der Frage «In città gireremo così?», auf Deutsch etwa: «Werden wir uns so in der Stadt fortbewegen?». Das ist nach Angaben der Zeitung auch der Titel der Illustration. Der weitere Text beschreibt, dass durch das dargestellte «winzige einsitzige» Auto die Probleme des Straßenverkehrs in der Zukunft gelöst werden könnten.

In dem Artikel, auf den die Bildunterschrift verweist, wird erläutert, wie das abgebildete Fahrzeug «Singoletta» funktioniert und aufgebaut ist. Der Autor beschreibt den zunehmenden Straßenverkehr und wie der «Kleinstwagen der Zukunft» diesen entlasten könnte. Die Jahreszahl «2022» kommt im Text nicht vor.

---

Links:

Beitrag: https://www.facebook.com/photo.php?fbid=3291350997589703&set=a.175877882470379&type=1&theater (archiviert: http://archive.vn/MrVkj)

Artikel der «Corriere della sera»: https://www.corriere.it/cronache/20_maggio_18/citta-gireremo-cosi-copertina-domenica-corriere-1962-che-anticipa-mobilita-oggi-03d0c9be-98f1-11ea-8e5b-51a0b6bd4de9.shtml (archiviert: http://archive.vn/YvVK7)

Facebook-Beitrag mit Bild: https://www.facebook.com/www.foto.amu.cz/photos/a.10152280829934253/10158247887129253/?type=3&theater (archiviert: http://archive.vn/dBBUY)

Über Walter Molino: http://www.lfb.it/fff/fumetto/aut/m/molino_walter.htm

---

Kontakt zum dpa-Faktencheckteam: faktencheck@dpa.com